Worldshift-Reviews in Spielemagazinen

(Coputerbild Spiele, GameStar, PC Games und PC Action)

Was sagen die Redakteure "namhafter" Computerspielezeitschriften zu unserem Lieblingsspiel? Haben sie das Spiel verstanden, fair gestestet und fair bewertet? Da ich selber in meinem Blog (Zlog) oft zum Thema Computerspiele schreibe, weiß ich mit welchen Schwierigkeiten solche Autoren zu kämpfen haben. Eins ihrer größten Feinde ist ihre eigene Subjektivität. Ein Schweinehund, den man nicht wirklich besiegen kann. Man kann nur versuchen, so fair wie mögich zu sein. Mein Blick in einige dieser Magazine zum Thema Computerspiele bestätigte das wieder mal.

Computerbild Spiele

Fangen wir mit einem Magazin an, dass ich normalerweise nicht in die Hand nehme: Die Computerbild Spiele. Mit einer Druckauflage von ca. 589.000 im ersten Quartal dieses Jahres wohl die größte unter den Vieren, die ich für diesen Beitrag gelesen habe. Ihre Bewertungen am Schluß sind sehr schematisch und erfolgen in Schulnoten. Hier hat Worldshift eine Gesamtnote von 3,29 (befriedigend) bekommen. Ui. Aber eben keine 4! Sehen wir uns doch mal an, was die Pros und Cons sind: Die Autoren (?) haben es richtig erkannt. Worldshift ist etwas für "Jäger und Sammler". Gut gefällt ihnen der Mehrspielerpart, der Sound und die Steuerung. Auch die Grafik kommt noch auf ein Gut. Die Einzelspielerwertung erfolgt noch mit einer Note von 2,54 (wie kommen die bloß auf die 54?!), aber schlechter als der Mehrspieler-Part (1,84). Ganz böse bewerten sie die fehlenden Einstellmöglichkeiten (4,13) und den Service (2,93). Vor allem eine nicht-freikonfigurierbare Tastaturbelegung und eine fehlende Einstellmöglichkeit für die Schwierigkeitsstufe mag "Computerbild Spiele" gar nicht (jeweils eine glatte 6). Aus dem Artikel wird leider nicht klar wie viel und was die Herren und Damen gespielt haben. Manche Bewertungen finde ich etwas komisch, etwa: "Texte: Kurz und bündig, manchmal etwas kurz." Welche Texte meinen die bloß? Die Startbildschirm-Texte der Kampagne finde ich persönlich ausführlich. Andere Punkte wiederum sind zutreffend: "... Der Mehrspielermodus indes bringts. Auf ihn ist das ganze Spiel merklich abgestimmt, er paart strategischen Tiefgang mit dem Sammeln und Nutzen von besserer Ausrüstung". Alles in allem schneidet das Spiel eigentlich mit einem Gut ab. Aber die 4 für die Einstellmöglichkeiten, der nur befriedigende Service und die auch eher als befriedigend bewertete Einzelspielermissionen ziehen die Wertung auf ein befriedigend runter. Wer hier, und wie überall, nur auf die Endnote schaut, schaut eventuell in die Röhre. Also gilt auch hier: Endnoten sind unzureichend, wer sich auf ein Review verläßt, ist verlassen.

GameStar

Kommen wir zu einem Magazin, dass mir immer wieder als "DAS" Spielemagazin angepriesen wird: Die GameStar. Leider konnte mich bisher keiner davon überzeugen, dass sie das tatsächlich auch ist. Die GameStar hatte im ersten Quartal dieses Jahres eine Druckauflage von ca. 319.000 gehabt. Gleich vorweg wieder die Gesamtwertung: gerade mal 70 Punkte für den Spielspass. Das war ein Schock für mich. Ich habe ja nie eine Wertung von 90 Punkten für Worldshift erwartet. Aber 70?! Sehen wir uns an was Herr Daniel Matschijewsky (wie oft hab ich mich jetzt vertippt?), zu sagen hat. Erstaunlich finde ich, dass der Autor gleich am Anfang Sachen aufzählt, die eher sehr positiv klingen: "Die Spielweise ist in beiden Modi ebenso simpel wie spannend", "Kein echter Basisbau", taktische Tiefe durch Truppenbegrenzung usw. Doch dann solche unverständliche Kritik: "Da es keine Formationsbefehle gibt, müssen sie akribisch im Gewusel herumklicken, um bestimmte Einheiten zu heilen." Hmm. Kann man das Truppenfenster ausblenden? Wäre mir neu. Jedenfalls kann ich sehr gut gezielt Einheiten heilen. Vor allem weil es nicht so viele sind. Und immer wieder bemängelt er fehlende Formationsbefehle. Als wäre es das A und O von Strategiespielen. Dann Auswirkungen des Terrains: Ok durch Bäume durchschießen ist wirklich nicht schön. Aber brauche ich tatsächlich die Auswirkung von Höhenunterschieden? In Rundenstrategie finde ich es geil, aber bei RTS habe ich das nie vermisst. Eine Schwäche von Worldshift hat er aber klar erkannt: Es bevorzugt Vielspieler. Denn nur die haben schnell die besseren Artefakte und Fähigkeiten, um im PvP mithalten zu können. Für mich aber eher ein Reiz. Weil nur die richtige Kombi an Artefakten gegen den richtigen Gegner Vorteile bringen und so eine spannende Komponente bilden. Immerhin wird betont, dass die Parteien ausbalanciert sind und dass die Ausgewogenheit der Helden und die symmetrischen Karten zur Fairneß beitragen. Dann aber noch ein Schnitzer in meinen Augen: Das Spiel sei nicht Einsteiger freundlich. Als ich in der Beta mit Worldshift in Berührung kam, habe ich nach einigen wenigen Trainingsspielen kapiert worum es geht. Und das mit den Artefakten und den Fähigkeiten lernt man auch sehr schnell. Deshalb verstehe ich das mit der "steilen Lernkurve" überhaupt nicht. Wobei ich zugeben muss: Auch wenn ein Spiel relativ selbsterklärend ist, wäre ein Tutorial für Totalanfänger im Genre hilfreich. Ich hätte es nicht genutzt... Auch in diesem Artikel schneidet der Singleplayer nicht gut ab. Der Autor findet sie schlichtweg öde. Die Handlung sei zwar spannend aber nicht "adäquat" erzählt. Stimme ich ihm voll zu und denke an die epische Warcraft 3 Kampagne. Das mit dem Trial-and-Error ist aber unfair. In fast allen Strategiespielen muss man schwierige Maps mehrfach starten um erstmal zu lernen wo, wann, was ist, um zu siegen. Und ich glaube wenn das nicht so sein sollte, müsste man fast die ganze Map offenlegen können. Und hier fällt mir nur Schach oder Risiko ein. Für mich ist es immer wieder reizvoll mit dem Auflösen des Fog-of-War neues zu entdecken. Klar kann man das übertreiben und den Spieler zur Weißglut bringen. Aber ich bin in der siebenten Mission und nur die sechste war von der Hinsicht häßlich. Ich fand sie trotzdem spannend. Da erinnere ich mich nur an C&C Alarmstufe Rot (der erste Teil meine ich^^). Die Atombunkermission hat mich echt geärgert damals! Zurück zum Autor. Die technische Seite (Grafik, Sound usw.) findet Herr Matschijewsky "in Ordnung", die Grafik mache sogar eine gute Figur (wundert mich nur warum es dann nur 7/10 Punkten sind). Besonders schlimm ergeht es der Kampagne in der Endwertung: Sie erhält nur 4 von 10 Punkten! Besonders abfahren tut aber der Autor auf dem Einheitendesign (10/10) und dem Kartendesign (8/10). Der Rest dümpelt mit 7 von 10 Punkten vor sich hin. Uunterm Strich bleiben insgesammt gerade mal 70% Spielspass übrig. Schade. Ich finde das ist eine totale Unterbewertung für dieses Spiel.

PC Games

Die dritte Zeitschrift im Reigen ist die PC Games mit einer Druckauflage von ca. 232.000 Exemplaren. Auch hier geht es nicht viel besser zu: 70 Punkte Spielspasswertung (ich rieche ein Komplott!). Zu erst auch Lob von Herrn Felix Schütz: Kein klassischer Basisbau, keine absurden Einheitenmassen und keine endlosen Techtrees. Doch auch hier der Hieb gegen die Solokampagne: "Die Handlung beginnt zwar vielversprechend ... verliert dann aber schnell an Fahrt." Ich muss wohl noch Warten bis es für mich an Fahrt verliert. Denn In der siebenten Mission angekommen macht es noch richtig Spaß. Dafür mag Herr Schütz den Mehrspielerpart mehr (welch Wunder): "Das Tempo ist hoch, die taktische Tiefe gegeben - auch wenn es längerfristig an Abwechslung fehlt." (ich sag nur C&C und Konsorten). Dass er den Coop-Modus besonders gelungen findet, erhält voll und ganz meine Zustimmung. Und ich stimme ihm auch zu, dass ein integriertes Voice-Chat-System dem Modus richtig gut getan hätte und dass es blöd ist, dass einige Maps im SP-Modus freigespielt werden müssen. Weiterhin gibt es Lobgesang für den Jäger-und-Sammler-Aspekt des Spiels: "Es würde mich nicht wundern, wenn sich andere Strategiespiele dieses System abschauten". Ja hoffen wir mal. Auch die Grafik erfreut den Autor sehr. Nur das Fehlen von Wegpunkten, die schlichte Benutzeroberfläche und fehlende Konfigurationsmöglichkeiten stören ihn noch. Das wird nur noch durch seine Aussage übertroffen, der Schwierigkeitsgrad sei so hoch ("Wenn zum Fluchen die Kraft und zum Durchbeißen der Wille fehlt, dann herrscht Frustalarm..."). Wobei ich das nur für den Coop-Modus und für einige wenige Einzelspielermissionen gelten lasse (wenn ich die Beiträge im offiziellen richtig bewerte). Und ja: Ich finde es auch blöd, dass man nicht Freispeichern kann. Das wäre zusätzlich zu dem Checkpoint-System nur schick gewesen. Aber Schütz: Zu wenig Einheiten? Wenn sie mehr Einheiten wollen spielen sie doch "Supreme Commander". Das nehme ich immer, wenn ich mal wieder Massen an Einheiten in die Schlacht stürzen will. Und die Einheiten-Vielfalt finde ich in Worldshift genau richtig. Man lernt so die Einheiten "näher" kennen und weiß nach einer Weile welche wann und wo gut einsetzbar sind. Fazit: Auch hier finde ich 70 Punkte unfair. Wenn man den Beitrag liest, denkt man, da müsste mehr drin sein.

PC Action

Puh. Der letzte, den ich vorstellen will, ist der Beitrag in der PC Action. Ein Magazin das mich in den ersten 5 Jahren ihres Daseins mein Zockerleben begleitet hat. Ich musste sie verlassen. Denn sie wurde immer unartiger und kindischer. Aber was die Wertung für Worldshift angeht, ist sie eine totale Überraschung. Und jetzt haltet euch fest: 83%! Noch mal in Worten: Dreiundachtzig Prozent. Die PC Action kommt aus dem gleichen Verlag wie die PC Games, hat aber nur eine Druckauflage von ca. 143.000 Exemplaren. Aus dem Artikel wird klar: Der Junge kommt wie ich aus der World of Warcraft Ecke. Und er teilt genau die selbe Meinung über Worldshift wie ich. Deshalb muss ich mal hier eine längere Passage aus dem Intro des Herrn Dennis Blumenthal (schicker Kinnbart übrigens ^^) zitieren: "World of Warcraft - Ein Titel, ein Mythos, ein Goldesel. Eines der Erfolgsrezepte des Online-Spiels aus dem Hause Blizzard ist die Herausforderung, das mehrere Spieler taktisch koordiniert zusammenarbeiten müssen, um sogenannte Instanzen zu meistern. In diesen Instanzen warten neben normalen Gegnern eine Reihe von Bossen, besonders schwere und große Widersacher, an deren Ende ein Endboss steht. Genau auf diesen Prinzip baut das Echtzeitstrategiespiel Worldshift auf - und will mit dieser Idee das Strategie-Genre um eine erfolgssprechende Komponente erweitern." Ein sehr gelunger Vergleich. Und wer selber mal World of Warcraft gespielt hat, wird diese Sätze unterschreiben können. Im Gegensatz zu den anderen Autoren findet Herr Blumenthal die Einzelspielerkampagne "abwechslungsreich gestaltet und anspruchsvoll". Aber auch er findet es schlecht, dass man nicht frei speichern kann. Was nach seiner Meinung einige Missionen schwer machen kann. Die Einheitenvielfalt ist ihm etwas gering, findet aber, dass jeder Typ individuell ist und "spürbar unterschiedlich". Für ihn sind sind die Coop-Missionen der Clou des Spiels (uh, haben wir noch nicht gemerkt^^). Auch ihm ist der technische Aspekt sehr gut gelungen. Ja und das wars auch. 83%. Ist das fair? Ich würde sagen: ja. Alles um die 80 ist fair für dieses Spiel. Sogar eine 79 oder 78 würde ich noch gelten alles. Alles was an die 90 kommt ist für mich schon Fangesang (wie viel hat euch RTL Games gezahlt?).

Somit ist die PC Action Review, die einzige, die in meinen Augen einigermaßen Fair bewertet hat. Na klar bin ich Fan ;)

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